Systemische Führung

Systemische Führung ist eine Führung, die jede Person im System anerkennt, achtet und einbezieht. Sie bezieht die Themen “New Work” ebenso ein wie Stress- und Konfliktmanagement. Leonie Malinowski verbindet diese Themen mit den in der Wirtschaft noch weitgehend unbekannten Erkenntnissen der Organisations- und Familienaufstellung von Bert Hellinger. In 30 Jahren Anwendung mit Tausenden Teilnehmern wurden drei wesentliche Gesetzmäßigkeiten beobachtet und zusammengefasst, die in jeder Gruppe unabhängig von der Kultur oder Herkunft gelten:

  • Das Recht auf Zugehörigkeit
  • Die Einhaltung der natürlichen Rangordnung
  • Der Ausgleich von Geben und Nehmen

Eine Missachtung dieser Prinzipien führt ausnahmslos zum Konflikt oder zur Auflösung der Gruppe.

Des Weiteren nimmt die Systemische Führung bewusst das Gewissen jeder Gruppe in den Blick. Grundlage ist die Erkenntnis, dass jede Gruppe ihr eigenes Verständnis von Richtig und Falsch, Gut und Böse entwickelt, das sich als gutes bzw. schlechtes Gewissen beim Einzelnen äußert. Handelt eine Person im Sinne des Gewissens, fühlt sie sich gut. Handelt sie zuwider, fühlt sie sich schlecht. Ziel ist es jedoch, sich von diesem Gewissen zu lösen, denn nur so können blinde Flecken und stagnierende Innovationskraft vermieden werden. Wer ohne bewusste Kenntnis der informellen Regeln des Gruppengewissens arbeitet, ordnet sich diesem unbewusst unter und baut Thementabus auf, die sich wiederum in einer gehemmten Arbeitsleistung bis hin zur Kündigung auswirken.

Die Systemische Führung sieht jedes Individuum in seiner Einzigartigkeit und hat zum Ziel, jedes Gruppenmitglied individuell in seiner persönlichen Entwicklung zu begleiten, um so das gesamte Team zu stärken. Wichtige Grundpfeiler sind:

  • Konflikte werden angesprochen und im Team gelöst
  • Berufliches lässt sich nicht von Privatem trennen: Jeder bringt seine Beziehungsthemen unbewusst mit zur Arbeit
  • Nur ein konsequenter Bewusstseinsprozess des Einzelnen ermöglicht es dem Team, zu wachsen
  • Projektionen jedes Gruppenmitgliedes werden bewusst gemacht und aufgelöst
  • Gute Führung gelingt nur, wenn sich die Führungskraft von jeder Absicht und Vorannahme frei macht. Dazu muss sie selbst ihre Konfliktthemen bearbeitet haben.

Als Führungskraft wird demnach eine Person verstanden, die für jedes Teammitglied individuell beratend und unterstützend aktiv ist, den Teamzusammenhalt fördert, blinde Flecken des Teams anspricht, Konflikte gemeinsam löst, alle mit Achtung und Wertschätzung im Blick hat und das Team beständig in der richtigen Ausrichtung auf die Vision und Kunden begleitet. Sie hat die Fähigkeit und das Wissen, die richtige Umgebung zur Entfaltung des Potenzials der einzelnen Teammitglieder zu erschaffen.

Ab Januar 2021 ist die nächste Lerngruppe online geplant.

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