Wie löse ich mich von Verhaltensmustern?

Wir alle haben sie: diese Verhaltensweisen, die uns eigentlich nerven. Von denen wir eigentlich wissen, dass sie schlecht für uns sind. Die Tafel Schokolade am Abend. Die Zigarette nach dem Frühstück. Der ständige Griff nach dem Smartphone. Übermäßiges Essen ohne Hunger. Das Gefühl von Angst, obwohl eigentlich kein Grund dazu besteht. Wutanfälle, Aggressionen oder in sich zurückziehen, obwohl wir jedes Mal feststellen, dass es nicht zum gewünschten Ziel führt.

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Ich persönlich zähle zu diesen Verhaltensmustern sowohl situativ entstehendes Verhalten als auch körperliche Reaktionen. Das heißt, ich unterscheide nicht zwischen „Ständig zur Schokolade greifen, wenn ich traurig bin“, „ständiges Jammern über das Negative“ oder „permanente Schmerzen im Rücken“. Für mich ist alles ein Verhaltensmuster, das sich mein Körper oder mein Verstand als Symptom angewöhnt hat.

Was eint diese Verhaltensweisen? Sie eint, dass sie unbewusst entstanden und mittlerweile einen tiefen Pfad in meinem Gehirn eingebrannt haben. Mein Gehirn hat aus einer Emotion heraus diesen Weg gewählt, der mir damals für einen Moment lang half. Doch heute hänge ich immer noch in diesem Verhalten fest und es behindert mich sogar. Und weil ich es gar nicht mehr anders kenne, halte ich es für so selbstverständlich, dass ich nicht mehr darüber nachdenke, wie ich mit einer Situation anders umgehen könnte. Der Ablauf ist in meinem Unterbewusstsein gespeichert und lässt sich von mir nicht mehr steuern. Und obwohl mein Verstand längst begriffen hat, dass es mich nicht zum Ziel führt, kann ich es nicht mehr stoppen. Mein Gehirn wählt einen bestimmten Pfad der Synapsen, sobald ein Auslöser eintritt. Im Falle eines körperlichen Leidens besteht dieser Auslöser permanent und ruft einen Schmerz hervor. Im Falle eines situativen Verhaltens tritt der Auslöser spontan ein. So ein Auslöser kann das Betreten der Wohnung sein. Oder ein Geruch, ein Geräusch, eine Person, eine Gruppenkonstellation, ein Wort, ein Thema oder ein Familiengefühl. Kaum trifft mich einer dieser äußeren Reize, spult mein Gehirn einen automatisierten Ablauf ab. 

Auch wenn nicht jedes Verhaltensmuster gleich gesundheitsgefährdend ist, spiegeln sie doch alle ein süchtiges Verhalten im Gehirn. Selbst wenn ich möchte, kann ich es nicht einfach abstellen. Mein Gehirn geht den Pfad, ob ich will oder nicht. 

Sucht verbinden wir in der Regel mit der Abhängigkeit von Substanzen. Doch es ist vor allem die Abhängigkeit von einem Gefühlszustand und ein damit verbundenes festgelegtes Verhalten. Während ich das Verhalten ausführe, fühle ich für diesen Moment Befriedigung. Ich stelle zwar schnell fest, dass dieser Zustand nur sehr kurz anhält, doch das reicht, um meinem Gehirn mitzuteilen, dass es sich lohnt, es zu wiederholen. Ich fühle mich für diesen kurzen Moment glücklich. Sogar Angst gibt mir das Gefühl, mich vor etwas Schlimmerem bewahrt zu haben. Auch der Ausdruck von Wut kann sich wie Befreiung anfühlen und daher mit einem Glücksgefühl verbunden sein. Und sogar Schmerzen nimmt das Gehirn lieber in Kauf, als sich seiner wahren Trauer und seinen Ängsten zu stellen.

Lasst das einmal wirken. Ja, wir leiden lieber, als dort hinzuschauen, wo wir tiefe Trauer, Angst oder Wut empfinden. Und ich gehe noch einen Schritt weiter. Wir sterben sogar lieber, als die Verantwortung für das Leiden den richtigen Personen zu übergeben. Denn es tut uns mehr weh, die nahestehende Person leiden zu sehen, als an ihrer Stelle zu leiden. Ist das nicht verrückt?

Und genau dieser Mechanismus ist entscheidend, um zu verstehen, wie die Verhaltensmuster in uns wirken. Erst wenn wir begreifen, dass unser Körper absolut kein Interesse daran hat, von diesem Muster befreit zu werden, verstehen wir, wieso es uns so schwer fällt, uns davon zu lösen. Denn wenn wir es beenden, müssten wir uns den wahren Schmerzen stellen. Und die erscheinen uns viel schlimmer als das Bisschen Rückenschmerzen oder die Kilos zu viel auf der Waage. Unser Körper tut dies also, um uns vor dem zu schützen, wovor wir wirklich Angst haben. Das heißt: nehme ich meinem Körper ein Verhaltensmuster oder einen Schmerz oberflächlich weg, wird er sich neue Wege suchen, um weiterhin das tieferliegende Gefühl zu betäuben.

Unser Körper ist unglaublich schlau. Wir können bei allen Verhaltensweisen davon ausgehen, dass es einen guten Grund gibt, warum der Körper so reagiert. Und dieser gute Grund überwiegt aus Sicht des Körpers den Vorteil, den es hätte, wenn das Verhalten weg wäre. Unser Körper möchte damit etwas ausdrücken.

Als ersten Schritt können wir daher unserem Körper danken, dass er trotz all unserer Bemühungen durchhält, uns mitzuteilen, dass etwas nicht gelöst ist. Denn er hält nur an diesem Verhalten fest, solange er ein schmerzhafteres Gefühl unterdrücken muss.

Reine Logik: wenn mein Körper eh schon in einem positiven Gefühlszustand ist, brauche ich nichts mehr von Außen, um dies hervorzurufen. Solange ich aber nicht von Zufriedenheit und Freude erfüllt bin, suche ich äußere Reize. Und dafür greift mein Gehirn auf alte Erfahrungen zurück, in denen es mir durch irgendein Verhalten gelungen ist, diesen Zustand zu erreichen. Oftmals stellen wir auch hinterher fest, dass das Verhalten bildlich gesprochen genau das unangenehme Gefühl ausgedrückt hat, in dem ich mich unwissentlich befand.

Was ist der Kern der Verhaltensmuster?

Der Kern ist, dass ich damit ein unangenehmes Gefühl betäuben möchte. Dieses drückt sich meist darin aus, dass ich sehr unruhig werde, wenn ich nichts zu tun habe und mich auf mich selbst konzentrieren soll. Der Verstand wird sofort nervös, weil ein unangenehmes Gefühl nach oben kommen könnte. Schlagartig wird ein Hilfeschrei ausgesendet, der meinen Körper in Alarmbereitschaft versetzt und dazu führt, dass er schnellstmöglich noch Betäubung sucht. 

Es bringt also rein gar nichts, nur auf das Verhalten zu schauen. Wenn wir es nachhaltig auflösen wollen, dann müssen wir uns dem unangenehmen Gefühl dahinter stellen. 

Stellen wir uns die Frage, was will der Körper damit ausdrücken? 

Dabei sollten wir so bildlich wie möglich denken.

Beispiel: Meine Bulimie war der Ausdruck des Gefühls „Die Situation ist zum Kotzen“. Ich fühlte mich fremd in mir und stopfte mich so voll, bis ich mich selbst wieder spüren konnte. Anschließend merkte ich jedoch, dass auch das nicht zu mir gehört, also musste es wieder raus. Ein ewiger Kreislauf. Nie wurde die eigentliche Ursache damit gelöst. Diese lag darin, dass ich ein Gefühl aus meiner Familie übernommen hatte. Ich trauerte um eines meiner verstorbenen Geschwister anstelle meines Vaters und der Mutter des Kindes. Die beiden waren abgeschnitten von ihren Gefühlen, da es zu schmerzhaft war, hinzuschauen. Mein Körper hat diese Verwechslung wieder und wieder symbolisch dargestellt. Und jede Arbeit an meinem Verhalten war sinnlos, weil das Gefühl in meiner Familie blieb. Kaum war ich zurück in der gewohnten Umgebung. Zack, war das Verhalten wieder da.

Noch ein Beispiel für die Genialität des Körpers: ich war mit 15 Jahren mit einer Freundin und ihren Eltern im Urlaub. Kaum waren wir im Wasser, da machte es plopp und ich hörte auf einem Ohr nichts mehr. Ich ignorierte es. Wird sich schon wieder auflösen. Am nächsten Tag waren wir wieder im Meer. Da machte es plopp und das andere Ohr war dicht. Nichts half. Ich hörte alles wie unter einer Käseglocke. Am Ende konnte mich nur der Arzt davon befreien. Man kann das jetzt für Zufall halten. Wer aber bewusst hinschaut, konnte folgendes feststellen: eine Woche zuvor saß ich zwischen meinen Eltern in einem Kleintransporter. Sie hatten sich plötzlich heftig gestritten und laut angeschrien. Ich saß hilflos dazwischen. Alles, was ich mir in diesem Moment wünschte, war: nichts zu hören.

Wie unglaublich schlau war es von meinem Körper, so viel Masse im Ohr zu produzieren, dass ich alles nur noch leise hören konnte. Genial! Zwar etwas verspätet, aber doch immerhin vorbeugend. Da ich aus der Situation befreit war, konnte es sich direkt wieder auflösen. Hätte ich eine solche Situation regelmäßig so nah erlebt, hätte ich vermutlich Hörprobleme entwickelt.

Der Körper ist einfach genial! Aber das erkennen wir erst, wenn wir die Perspektive wechseln. 

Ich möchte noch ein Beispiel erzählen:

Ich kannte ein magersüchtiges Mädchen. Wenn ich in ihrer Nähe war, erfüllte mich tiefe Trauer. Wenn ich ihr in die Augen sah, kamen mir die Tränen. Ich spürte ihren verzweifelten Wunsch, aus diesem Leben zu verschwinden. Woher kam dieser Wunsch? Hatte sie etwas erlebt, das sie so tief trauern ließ? Keiner konnte es erklären. Sie war wohlbehütet aufgewachsen. Doch auch in ihrer Familie spürte ich diese Trauer. Sie wurde damit begründet, dass es der Tochter so schlecht gehe. Doch ich spürte, dass mehr dahinter lag. Schließlich traute sich die Familie, eine systemische Aufstellung zu machen. Dabei kam heraus, dass der Vater schon lange Selbstmordgedanken hatte, dass es ihn aufgrund der Verbindung zu seinen längst verstorbenen Eltern in den Tod zog. Als klar war, dass diese Trauer zum Vater gehört, sah ich, wie die Tochter plötzlich aufatmete. Nach der Aufstellung sah ich eine völlig veränderte junge Frau. Als hätte jemand eine Tonne Steine von ihren Schulter genommen. Nun war sie frei, in ihr eigenes Leben zu gehen.

Ich erkläre es noch mal:

Dieses Mädchen wollte also sterben, um den Vater davor zu schützen, seinerseits das Leben zu beenden. Und das hatte sie geschafft. Ihre Eltern waren so in Sorge um sie, dass er vergaß, dass er eigentlich selber sterben wollte. Wie unglaublich genial ist der Körper. Auch wenn sie selbst dabei ihr Leben zerstörte. Keine Frage. 

Der Kern ist:

Wir leiden lieber, als eine nahestehende Person leiden zu sehen.

Nun ist nicht jedes Verhaltensmuster ein übernommenes Gefühl oder lässt sich einem konkreten Erlebnis zuordnen. Wir können jedoch aus der Bearbeitung von den schwierigsten Verhaltensmustern lernen, wie wir jedes Verhaltensmuster durchbrechen können. 

Wie finde ich nun die Symbolik und das dahinterliegende Gefühl heraus?

Wie ich schon beschrieb, merken wir meist Unruhe, wenn wir einmal ganz still werden sollen und keine Aufgabe haben. Genau das machen wir uns zunutze. Bei den meisten würde ich empfehlen, es in Begleitung zu tun. Das hat den Vorteil, dass die Begleitung uns von außen unterstützen kann, tiefer in den Prozess zu gehen. Wer sich fit genug fühlt und einige Übung hat, kann es auch alleine machen. 

Wir begeben uns also bewusst in die Situation, alles um uns herum abzuschalten und uns nur auf uns selbst zu konzentrieren. Was kommt dann? Es könnte ein Gefühl hochkommen. Es könnten Gedanken hochkommen. Habt keine Angst davor! Was kann schon passieren? Ihr sitzt da und könnt jederzeit die Augen aufmachen und schon ist alles vorbei. Mehr als ein paar Tränen oder das Gefühl, in ein Kissen schlagen zu wollen, kann nicht kommen. Haltet durch! Und was auch immer nun hochkommt, lasst es einfach fließen. Wenn ihr traurig werdet, dann weint. Wenn ihr wütend werdet, dann schreit. Wenn Gedanken kommen, beobachtet sie. Ihr bleibt weiter sitzen und konzentriert euch auf eure Mitte. Lasst alles, was kommt, an euch vorbeiziehen. Die Gefühle sind am Anfang vielleicht stark, doch wenn ihr sie durchlebt, werden sie immer schwächer. Ebenso wie die Gedanken ziehen sie vorbei und verschwinden.

Der einzige Trick besteht darin, nichts zu unterbrechen. 

Und es wird etwas kommen. Das kann ich euch garantieren. Es sei denn, ihr seid Mönche im 10. Lehrjahr. Dann vielleicht nicht. Aber selbst dann. Auch bei mir kommen heute noch Themen hoch. Sie wirken vielleicht kleiner, trotzdem überwältigt es mich immer noch vor Freude, wenn ich wieder etwas lösen konnte und plötzlich neu handeln kann.

Wenn es euch hilft, dann schreibt einiges von dem auf, was in diesem Moment der Stille hochkommt. 

Wiederholt dieses Ritual in eurem Tempo regelmäßig. Jedes Mal wird sich etwas Neues zeigen.

Mit dieser Übung gebt ihr eurem Körper das Signal, dass ihr bereit seid, euch den tieferliegenden Gefühlen zu stellen. Jetzt kann er euch Hinweise schicken, womit es zu tun hat. Vielleicht kommt der Hinweis sogar zu einem anderen Zeitpunkt, wenn ihr gerade beim Mittagessen sitzt. Wer weiß…

Unser Ziel ist es, möglichst viele unbewusste Verhaltensweisen durch die bewusste Wahl, wie ich handeln möchte, zu ersetzen. Natürlich wird das in unserem Alltag nie jedes Verhalten sein. Wir sitzen nun mal nicht den ganzen Tag meditierend auf einem Berg. Aber es ist schon ein ganz großer Gewinn, wenn wir anstreben, so viel wie möglich bewusst zu wählen und wahrzunehmen. Das Ergebnis ist, dass wir viel wacher im Hier und Jetzt sind. Dann nehmen wir wahr, wann wir uns überfordern. Dann wir wahr, was wir durch eine Konditionierung oder aus uns selbst heraus tun. Dann nehmen wir den traurigen Menschen wahr, der uns in der Bahn gegenübersitzt und können ihm ein Lächeln schenken. Dann nehmen wir es wahr, wenn wir unseren Partner verletzen. Und dann können wir ein offenes Gespräch mit unseren Freunden führen, in dem wir ihnen unser Mitgefühl und unsere volle Aufmerksamkeit schenken. Dann sind wir bereit dafür, uns selbst zu lieben und auch allen anderen Menschen diese Liebe zu schenken.

Was kann ich also tun, um die Schienen in meinem Gehirn neu zu legen?

Wenn ich der Ursache des tieferliegenden Gefühls mit der für mich passenden Methode auf den Grund gehen konnte, fühle ich mich automatisch freier. Oftmals sehen andere Menschen sofort einen Unterschied in meiner Körperhaltung und ich beginne, innerlich zu strahlen. 

Meine eigene Erfahrung war jedoch, dass ich mein Verhalten nicht schlagartig ablegen konnte, nachdem ich die Ursache erkannt hatte. Das Muster hatte sich so tief in mein Gehirn eingebrannt, dass es nicht von selbst gehen wollte. Nun begriff ich, dass ich meinen Verstand überlisten muss.

Die Spirale des ungewollten Verhaltens begann jedes Mal mit einer bestimmten Handlung. Die kannte ich. Doch kurz vor dieser Handlung gab es einen Gedanken. Und dieser Gedanke war entscheidend. Mir wurde klar, dass ich diesen Gedanken umgehen muss, damit das Verhalten nicht einsetzen würde. Also entschied ich bewusst, meine Gedanken selber zu wählen. Ich suchte mir spontan einen kurzen, knackigen Satz, der mich auf mein Ziel fokussieren sollte. Diesen schrieb ich mir auf die Hand. Er lautete ganz banal: „Dies ist ein guter Tag. Und ich tue alles dafür, damit er gut bleibt.“ Und nun wiederholte ich diesen Satz gebetsmühlenartig in meinem Kopf. Wann immer der alte Gedanke kam, fing ich wieder an. Das war am Anfang stundenlang in Dauerschleife. Von Tag zu Tag wurde es aber weniger. Irgendwann stellte ich fest, dass ich es einfach vergessen hatte und der Gedanke trotzdem nicht mehr kam. Der Kreislauf war durchbrochen. Das Verhalten trat nie wieder auf. 

Zu guter letzte möchte ich euch noch eines mitgeben: sagt zu jeder Entscheidung bewusst ja. Ihr habt die Tüte Chips am Abend gewählt, statt den Apfel? Dann sagt ja! Es hilft niemandem, seine Entscheidungen zu bereuen. Sie liegen hinter uns. Und welche Gründe auch immer dazu führten, jetzt ist es richtig so. Überlegt gegebenenfalls, was ihr nächstes Mal anders machen könntet. Und dann hakt ihr es ab.

Vieles, was wir tun, entsteht aus dem Gedanken „Jetzt ist es auch egal“. Aber es ist nicht egal! Genießt die Tüte Chips und bleibt in der positiven Verbindung zu eurem Körper. Er darf so viel haben, wie er will. Und vielleicht ist es plötzlich gar nicht mehr so wichtig, die ganze Tüte leer zu essen. Wählt in jeder Situation neu, auch wenn die davor blöd war. Damit ist noch nichts in den Brunnen gefallen. Ihr könnt jederzeit ein neues Verhalten beginnen.

Ich fasse noch einmal alles zusammen:

Es gibt physische und psychische Verhaltensmuster. Sie entstehen meist in früher Kindheit. Es ist ein festgelegter Pfad im Gehirn, der durch einen Reiz in Gang gesetzt wird. Das Verhalten hilft uns, ein schmerzhafteres Gefühl zu unterdrücken. Wichtig ist, zu verstehen, dass wir lieber leiden, als uns diesem Gefühl zu stellen oder es an die richtige Person abzugeben.

Unser Körper drückt dieses Gefühl aus und weist uns so darauf hin, dass wir etwas noch nicht gelöst haben. 

Was können wir nun tun, um das Verhalten abzulegen?

  1. Bedanke Dich bei Deinem Körper, dass er Dir zeigt, wo Du noch genauer hinschauen solltest, weil etwas noch nicht gelöst ist.
  2. Wähle bewusst, dass Du nicht mehr länger mit diesem Verhalten leben möchtest. Solange Du denkst „Ach, das ist gar nicht so schlimm. Löst sich bestimmt von allein“ wirst Du keine Verbesserung erhalten. Du bist erwachsen und es wird keine Fee vom Himmel fallen, die Dich davon befreit. Also wähle bewusst Deine Gesundheit und Zufriedenheit!
  3. Um das tieferliegende Gefühl oder die Person, zu der das Gefühl gehört, herauszufinden, gehst Du auf die Suche nach einer für Dich passenden Methode, die Dir dabei hilft. Mach Dir dabei bewusst: jeder hat die Kraft, sich selbst zu heilen. Wir trauen uns nur oft nicht. Aber wir haben ja nichts zu verlieren. Es kann nicht schlimmer werden, als es schon ist. Es verlangt nur Mut, in die Stille zu gehen und sich selbst wahrzunehmen. Welche Methode auch immer Du wählst, bewusst in die Eigenverantwortung zu gehen, um etwas an der Situation zu ändern, ist ein großartiger Schritt. Du kannst alleine Übungen durchführen oder Methoden in Begleitung wählen.
  4. Erst wenn wir uns das dahinterliegende Gefühl anschauen, kann sich das Verhalten auflösen. Es wird dann sozusagen nutzlos. Viele Verhaltensmuster verschwinden dann auch von einem Tag auf den anderen. Wenn dies nicht der Fall ist oder Du die Vermutung hast, dass es keine so tiefe Ursache hat, ist es entscheidend, Deinen Verstand zu überlisten. Das kannst Du vermutlich auch durch verschiedene Methoden erreichen. Meine Variante finde ich nur sehr einfach und gut in den Alltag integrierbar. Sie lautet: wähle einen stärkenden Satz, man könnte es auch Mantra nennen, und wiederhole ihn gedanklich solange und sooft es nötig ist, bis sich das Verhalten aufgelöst hat.
  5. Sage zu jeder Entscheidung bewusst ja. Egal, wie furchtbar Dein Leben bisher war, Du kannst jetzt wählen, ein glückliches Leben zu führen und nach neuen Verhaltensweisen suchen. Alles, was vorher war, hat Dich zu diesem wundervollen Menschen gemacht, der Du heute bist.

Solange wir die innere Ursache nicht gelöst haben, bleiben wir unglaublich abhängig von außen. Denn wir werden es nie verhindern können, dass uns diese äußeren Auslöser begegnen und dadurch ein Verhaltensmuster in Gang setzen. Damit wir unabhängig und frei werden, stellen wir uns unseren Ängsten, der Trauer und der Wut. Und diese bewusste Wahl führt uns auf direktem Wege in die Eigenverantwortung. Denn nur wir selbst können nachhaltig etwas für unser Wohlbefinden tun.

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