Woher weiß ich, dass ich wirklich Hunger habe?

Beantwortung einer Kundenfrage
Mir wurde die Frage gestellt, woher ich weiß, dass ich wirklich Hunger habe oder ob es nur Essen ist, um meine Gefühle zu unterdrücken? Erfahre, was Hunger mit Pinkeln zu tun hat, warum du deinem Appetit nicht unreflektiert folgen solltest und welche 5 Schritte dieses Verhalten verändern können.

Solange du dich fragst, ob du wirklich Hunger hast, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es kein Hunger ist. Wenn dein Magen echten Hunger hat, grummelt er und zieht sich zusammen. Es tut irgendwann richtig weh und du fühlst dich langsam schwach. Echten Hunger FÜHLST du! Du weißt ja auch, wann du pinkeln musst. Oder fragst du dich: “Muss ich jetzt wirklich pinkeln?” Und wenn du dir tatsächlich diese Frage stellst, dann hast du definitiv noch eine halbe bis ganze Stunde Zeit, bevor du es nicht mehr aushalten kannst. SO fühlt sich auch Hunger an! Es ist aber auch nicht gesund, immer zu warten, bis dir dein Magen in den Kniekehlen hängt vor Hunger. Wenn du den Kreislauf aus Hungern und Vollstopfen durchbrochen hast, wirst du wieder ins Fühlen kommen und deinen Körper und seine Bedürfnisse spüren. Wenn du bereits erkannt hast, dass du mit dem Essen eigentlich Gefühle unterdrücken willst, hast du schon eine wichtige Erkenntnis erreicht! Ehe wir uns mit dieser Erkenntnis befassen, möchte ich einen weiteren Zusammenhang erklären, denn was uns vordergründig zum Essen treibt, ist selten der Hunger, sondern viel mehr der Appetit.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Wer akut eine Essstörung hat, sollte nicht seinem Appetit folgen! Appetit ist ein Denkmuster im Kopf. Irgendwann in deinem Leben hast du deinem Gehirn beigebracht, dass es sich durch Essen belohnen kann. Nur deshalb entwickelt es Appetit, also Lust auf ein bestimmtes Nahrungsmittel, meistens sind es zucker- oder kohlehydratreiche Sachen. Das ist aber kein biologischer Prozess, der lebensnotwendig für dich ist. Ein Neandertaler hat gegessen, was da war und nicht drei Tage auf das erlegte Bison gewartet, das er so liebt. Appetit sind einfach Gedanken, die zu einem bestimmten körperlichen Verhalten führen und so ein Verlangen auslösen. Der Körper produziert dann schon mal mehr Speichel und bereitet sich darauf vor, gleich eine Belohnung zu bekommen, um dann Insulin ausschütten zu können. Yammi! Es ist das süchtige Verhalten deines Körpers, der in einer Insulinspirale ist. Erst unterzuckert durch wenig essen, dann überzuckert durch viel essen. Und durch diesen Wechsel dreht deine Körperwahrnehmung komplett durch, weil sich dein Körper eigentlich permanent im Ausnahmezustand befindet.

Bei dem Wort Appetit denke ich als körperliche Extremsituation sofort an eine schwangere Frau, die plötzlich Tag und Nacht ganz bestimmtes Essen essen möchte und gar nicht genug davon bekommen kann. Und natürlich nimmt sie auch sofort 20kg zu. Das ist ein Bild, das in jedem zweiten Hollywood-Film vermittelt wird. Aber weißt du was? Das ist Quatsch! Ich habe jetzt drei Schwangerschaften hinter mir (nach der Genesung) und ich kann dir sagen, wenn du beschließt, dass du das Gedankenmuster der Belohnung durch Essen durchbrechen willst, dann wirst du auch in der Schwangerschaft nicht willenlos deinem Appetit ausgeliefert sein, sofern er deinen Körper nicht positiv nährt. Im Gegenteil: Dann wird die Schwangerschaft dich näher zu dir selbst bringen, weil dein Körper plötzlich weiß und signalisiert, was er WIRKLICH braucht. Ich spürte dann zB, dass ich jetzt Tomaten essen möchte und hatte richtig Freude dabei, diese Tomaten zu essen. Mit Genuss! Ganz in Ruhe ohne Eile. Ich konnte dann nachlesen, dass mein Körper genau in dieser Entwicklungsphase die Inhaltsstoffe der Tomate besonders braucht. Wenn die Gedanken ums (Nicht-)Essen aufhören, weiß der Körper ganz genau, was er braucht.

Das ist eine wichtige Erkenntnis! Es geht eigentlich nicht um Hunger oder Appetit. Es geht darum, in Verbindung zum eigenen Körper zu sein und auf seine Signale zu lauschen. Dann nehme ich ihn ernst, wenn er mir Hunger signalisiert. Und dann nehme ich ihn ernst, wenn er Appetit hat und esse es mit vollem Genuss. Und plötzlich wird das Essen die schönste Nebensache der Welt. Sie nährt deinen Körper, aber nicht mehr deine Seele. Gesund ist, wenn du für dich und deinen Körper sorgst und sich deine Gedanken mit deinem Lebenssinn, deiner Vision, deinem Wohlbefinden und den Menschen um dich herum beschäftigen und nur minimal mit dem Essen.

Dein Körper ist so unfassbar genial! Was er tut, tut er niemals grundlos! Das Verhalten unseres Körpers ist immer ein Resultat unserer Gedanken und der symbolische Ausdruck unseres Seelenzustandes. Wenn wir also das Verhalten verändern wollen, müssen wir erst die symbolisch passende familiäre Verstrickung auflösen, neue Gedanken verinnerlichen und (etwas zeitverzögert) reagiert dann unser Körper neu.

Kommen wir zum 2. Teil der Frage…

Wenn es also kein Hunger ist, unterdrückst du gerade deine Gefühle mit Essen. Appetit ist dein verdeckter Verbündeter. Du kannst dir immer schön erzählen, dass dein Körper ja jetzt das Essen verlangen würde und unbedingt braucht. Aber du weißt, dass das nicht stimmt. Es gibt ja viele Süchte und du hast einfach das Essen oder Nicht-Essen als dein Mittel der Wahl ausgewählt. Es gibt einen tieferliegenden Grund, warum es genau das Essen ist und du nicht alkoholabhängig geworden bist (den können wir nur im Coaching herausfinden). Aber letztlich ist es ein süchtiges Verhalten. Du hast deinem Gehirn beigebracht, dass es durch das Essen oder Nicht-Essen einen kurzen Moment der Freude erlebt und alle negativen Gefühle vergessen kann. Leider hält dieser Zustand nur sehr kurz an, daher befindest du dich nun in einem Kreislauf und kommst nicht mehr heraus. Dazu mehr in einem neuen Artikel…

Es gibt 5 Schritte, um einen neuen Umgang mit Gefühlen zu erlernen. Es sind aber eigentlich keine richtigen Schritte, sondern ein Prozess der Annahme und der neuen Verinnerlichung, der durchaus Schleifen gehen kann. Ich breche es jetzt trotzdem auf Schritte herunter, um dir einen verständlichen Überblick zu geben.

Der 1. Schritt ist, festzustellen, dass dein Verhalten dich nicht glücklich macht und dir schadet. Der 2. Schritt ist, dich selbst zu durchschauen: Ja, ich esse, um Gefühle zu unterdrücken. Der 3. Schritt ist, dich so voll und ganz anzunehmen. Anerkenne, dass da Gefühle sind, mit denen du aktuell nicht anders umgehen kannst. Für diesen Moment ist es in Ordnung, dass du so handelst. Nimm es an. Erlaube deinem Körper alles, was er verlangt. Und behalte es bei dir! Niemand ist bisher vom Essen geplatzt. Und auch extrem übergewichtige Menschen sind nicht über Nacht durch einmal extrem viel Essen übergewichtig geworden. Der 4. Schritt ist, dass du dir bewusst machst, mit welchen Gefühlen und Situationen du nicht umgehen kannst. Wann kommt dein Verhalten immer? Im 5. Schritt kannst du dann neue Verhaltensweisen suchen, um mit diesen Gefühlen und Situationen neu umzugehen. Schritt 5 ist verdammt anspruchsvoll und funktioniert nicht ohne die anderen. Ich sag dir ganz ehrlich: Ich habe das nicht alleine geschafft. Damit du ein neues Verhaltensmuster verinnerlichen kannst, musst du die systemische Ursache deines Verhaltens herausfinden, deine Glaubenssätze aufräumen, an der Beziehung zu den beteiligten Personen von innen heraus arbeiten und dann deine Gedanken neu im Gehirn manifestieren. Natürlich kannst du das schaffen. Ich persönlich brauchte dafür allerdings Hilfe, weil mein innerer Schweinehund mir jeden Tag erzählt hat, warum der aktuelle Zustand doch ganz ok ist, und weil ich nicht alleine die ursächliche Verstrickung finden konnte, die der unterbewusste Auslöser des Verhaltens war. An diesem Punkt geht es nicht mehr um Wissen, sondern ums Umsetzen. Und das ist ein sehr großer Unterschied. Daher arbeite ich jetzt als Coach genau an diesem Punkt.

Ich hoffe, ich konnte dir hilfreiche Informationen mitgeben und freue mich auf jede weitere Frage, die ich hier für dich beantworten kann. Schreib mir gerne deine Frage, die ich anonymisiert beantworte, unter: leonie@reisezumbewusstsein.de

Wenn du ein echtes Ziel im Leben hast, für das du bereit bist, in die Genesung zu gehen und dafür in dich zu investieren, dann bewirb dich für ein kostenloses und unverbindliches Einführungsgespräch und erfahre mehr über mein Coaching.

In Liebe Leonie


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