Wonach entscheide ich in neuen Situationen?

Wir sprechen gerne davon, durch zurückliegende Erfahrungen zu entscheiden. Ja, Erfahrungen sind wertvoll, aber sie waren auch immer in ihren Möglichkeiten eingeschränkt. Ich war jünger, ich hatte weniger Wissen zur Verfügung und ich befand mich in einem bestimmten Umfeld.

Vor allem dieser letzte Aspekt ist den meisten unbekannt. Es handelt sich um die Dynamik des “Gruppengewissens”. Mein sogenanntes Bauchgefühl ist meist keine echte Intuition. Es ist das Ergebnis der Abwägung meines Unterbewusstseins, welche Option die Zugehörigkeit zu meiner aktuellen Bezugsgruppe sichert. Befinde ich mich nun gerade in meiner Familie, entscheide ich also ggf. anders als in meiner Sportgruppe. Das Gruppengewissen gibt vor, was in einer Gruppe richtig und falsch ist bzw. wann eine Person aufgrund eines “falschen” Verhaltens ausgeschlossen wird. Das Ergebnis ist ein “gutes” Gewissen. Es ist der Grund, warum Menschen mit gutem Gewissen im Krieg morden oder warum wir mit gutem Gewissen Fleisch essen.All das läuft unbewusst in jedem Menschen ab, ehe er/sie eine Entscheidung trifft.

Ich hatte das Glück im Leben, immer wieder vor wirklich neue Situationen gestellt zu werden, die man nicht mal eben mit Erfahrungen beantworten kann. Z.B. als ich mit 22 Jahren mitten im Studium schwanger war. Oder als ich mich mit 20 Jahren lieber tot als lebendig sehnte, weil mir die Essstörung jegliche Lebensfreude raubte. Oder als ich mit 25 Jahren von einer nahestehenden Person angeschrien, beleidigt und angegriffen wurde. Es gab keine einfache ja/nein-Antwort in diesen Situationen. Ich musste auf erprobte Prinzipien zurückgreifen, die weit über meine Erfahrungen und mein Bauchgefühl hinausgingen.Hätte ich mit 22 Jahren auf mein Bauchgefühl gehört, hätte ich aus Angst eine Abtreibung gewählt. Hätte ich mit 20 Jahren meinen Erfahrungen entsprechend entschieden, hätte ich mich vor den nächsten Zug geworfen. Hätte ich mit 25 Jahren auf meine Intuition gehört, wäre ich aus dem Haus gestürmt, hätte den Kontakt zu diesem Menschen abgebrochen und vermutlich meinem Kind damit etwas vorenthalten und langfristig meine Partnerschaft zerstört. Was sind also diese Prinzipien, die ich seit 18 Jahren erprobe und denen ich seit 10 Jahren bedingungslos folge?

Es sind die 3 Lebensbasisprinzipien des Neuen Familienstellens:

  1. Jeder hat das Recht auf Zugehörigkeit
  2. Achtung der Rangfolge
  3. Ausgleich von Geben und Nehmen

Auf diese Weise konnte ich weit über die Möglichkeiten meines Umfeldes hinaus Entscheidungen treffen, innerlich extrem wachsen, als Teilzeitkraft und junge Mutter beruflich aufsteigen, tiefe Beziehungen aufbauen und jeden Tag zufrieden leben. Normalerweise gilt für den Menschen, dass sein Umfeld maßgeblich beeinflusst, wie gut er in der Schule, wie erfolgreich er beruflich ist und wie erfüllt seine Beziehungen sind. Durch das Handeln nach den oben genannten Prinzipien konnte ich genau diese Einschränkungen aus mir selbst heraus überwinden, die Glaubenssätze meines Umfeldes hinter mir lassen und in ein viel weiteres Sein hineinwachsen.Es ist auch die Grundlage eines langfristig erfolgreichen und innovativen Unternehmens.

Ab dem 26.08. werde ich in der Gruppe #reisezumbewusstsein diese Prinzipien erläutern, wenngleich sie so komplex sind, dass man sie nur in stetiger Übung begreifen und umsetzen kann. Genau das werde ich nun anderen Menschen weitergeben, damit jeder über sich selbst hinauswachsen und ein Leben in tiefer Verbindung zu sich und anderen leben kann.

Alles Liebe, Leonie

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